Der Wassersektor in Tansania steht vor einer Mehrfachbelastung, ein steigender Bedarf bei begrenzten Ressourcen, die von externen Faktoren wie dem Klimawandel noch verschärft werden. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, stellen geschulte Führungskräfte einen entscheidenden Hebel dar. Derzeit sind Entscheidungsprozesse stark hierarchisch geprägt, wodurch Eigeninitiative und Verantwortung auf unteren Ebenen gehemmt werden. Strategische Veränderungen werden oft schleppend oder gar nicht umgesetzt, da Führungskompetenzen im Change-Management nicht systematisch entwickelt wurden. Weiterhin sind weibliche Führungskräfte im tansanischen Wassersektor stark unterrepräsentiert. Dies ist u.a. ein Hinweis auf fehlende Fördermechanismen. Vor diesem Hintergrund soll die Förderung von Frauen in Führungspositionen aktiv unterstützt werden. Niedersachsen pflegt enge bilaterale Beziehungen zu Tansania und hat über das Bund-Länder-Programm bereits zwei Projekte zur Führungskräfteentwicklung im tansanischen Wassersektor erfolgreich umgesetzt.
Ziel des Projekts ist es, Führungskräfte des Ministry of Water in Tansania in ihrer Führungskompetenz zu stärken und Entscheidungsträger*innen zu erreichen. Diese spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung und Umsetzung sektoraler Strategien und stellen Multiplikatoren für eine moderne Führungskultur dar. Dies erzielt eine positive Wirkung für die Mitarbeitenden der geschulten Führungskräfte, da klarere Strukturen und vertrauensvolle Zusammenarbeit auch für sie eine effektive und effiziente Arbeitsatmosphäre fördert. Die Relevanz eines gezielten, systematisch aufgebauten Programms zur Entwicklung moderner, Ressourcen der Mitarbeitenden stärkenden Führungskompetenzen im tansanischen Wassersektor wurde auch während eines Besuchs des tansanischen Wasserministers in Deutschland gegenüber der GIZ artikuliert. Das Projekt legt den Fokus auf Praxisnähe, Umsetzbarkeit und Kosteneffizienz. Zum Abschluss sollen die erreichten Ergebnisse zusammengefasst und Empfehlungen für die zukünftige Entwicklung von Führungskräften im Wasserministerium und im Sektor gegeben werden.